In Deutschland ist deine Adresse keine private Angelegenheit zwischen dir und deinem Vermieter. Es ist eine Information, die der Staat gesetzlich einfordert — und das innerhalb einer bestimmten Frist. Wer sich nicht innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anmeldet, verstößt technisch gesehen gegen das Bundesmeldegesetz.

Die Anmeldung ist der grundlegendste bürokratische Schritt des Lebens in Deutschland. Ohne sie kannst du kein Bankkonto eröffnen, keinen Handyvertrag abschließen, keine Steueridentifikationsnummer erhalten und in vielen Städten nicht einmal eine Bibliothekskarte beantragen. Alles Bürokratische, was danach kommt, hängt von diesem einen Dokument ab.

Das Bürgeramt — wo die Anmeldung stattfindet — hat sein eigenes Vokabular. Dieser Artikel behandelt den Anmeldeprozess selbst: Was passiert bei jedem Schritt, und welche Wörter gehören dazu.

Schritt 1: Die Wohnungsgeberbestätigung besorgen

Bevor du irgendetwas tun kannst, muss dein Vermieter dir ein unterschriebenes Dokument aushändigen, das bestätigt, dass du an seiner Adresse wohnst.

Wohnungsgeberbestätigung — die Wohnungsgeberbestätigung. Seit 2015 gesetzlich vorgeschrieben. Dein Vermieter ist rechtlich verpflichtet, sie dir innerhalb von zwei Wochen nach deinem Einzug auszuhändigen; bei Verweigerung droht ihm eine Geldbuße. Das Formular ist auf der Website des Bürgeramts deiner Stadt erhältlich — du kannst es ausdrucken und vom Vermieter unterschreiben lassen.

Wohnungsgeber — die Person, die die Unterkunft bereitstellt: dein Vermieter oder wer auch immer das Objekt besitzt oder kontrolliert, in das du einziehst.

Vermieter — Vermieter. Dieselbe Person, in anderem Kontext.

Wohnst du vorübergehend bei einer Freundin oder einem Freund und meldest dich dort an, ist diese Person dein Wohnungsgeber und unterschreibt das Formular. Bei einer Untermiete (Untermiete) unterschreibt deine Untervermieterin bzw. dein Untervermieter.

Schritt 2: Termin buchen

Termin — Termin. In den meisten deutschen Städten ist eine spontane Anmeldung ohne vorherige Buchung nicht mehr möglich. In Berlin und München können Slots mehrere Wochen im Voraus ausgebucht sein. Sobald du dein Einzugsdatum kennst, Termin buchen.

Online-Termin — der online gebuchte Terminslot. Verfügbar über das offizielle Stadtportal (z. B. service.berlin.de für Berlin).

Zuständiges Bürgeramt — das zuständige Bürgeramt. In kleineren Städten gibt es möglicherweise nur ein zentrales Amt. In größeren Städten kannst du in der Regel jedes Bürgeramt buchen — nicht unbedingt das nächste zur neuen Adresse.

Schritt 3: Das Formular ausfüllen

Anmeldeformular — das Anmeldeformular. Auf der Website der Stadt zum Download verfügbar. Vor dem Termin ausfüllen — das spart Zeit und vermeidet Fehler unter Schalterdruck.

Wichtige Felder:

Einzugsdatum — das Datum des tatsächlichen Einzugs. Das echte Datum eintragen, nicht das des Termins.

Neue Wohnanschrift — neue Wohnadresse.

Frühere Wohnanschrift — bisherige Adresse, inklusive Land bei Zuzug aus dem Ausland.

Hauptwohnsitz / Nebenwohnsitz — Erst- oder Zweitwohnsitz. Wenn das deine einzige deutsche Adresse ist, ist sie dein Hauptwohnsitz. Wenn du auch anderswo in Deutschland gemeldet bist, klären, welcher Wohnsitz der primäre ist.

Staatsangehörigkeit — Staatsangehörigkeit. Wenn möglich auf Deutsch eintragen.

Familienstand — Familienstand: ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet, eingetragene Lebenspartnerschaft.

Religionszugehörigkeit — Religionszugehörigkeit. Diese wird abgefragt, weil einige Bundesländer die Kirchensteuer (Kirchensteuer) über das Steuersystem einziehen. Wer eine Konfession einträgt, wird möglicherweise automatisch veranlagt. Wer keine Kirchensteuer zahlen möchte, schreibt konfessionslos oder lässt das Feld frei.

Schritt 4: Am Schalter

Pünktlich erscheinen. Falls erforderlich, eine Nummer ziehen. Wenn man aufgerufen wird:

Mitbringen:

Meldebescheinigung — die Meldebescheinigung, die am Ende des Termins ausgestellt wird. Sie ist der Nachweis über deine angemeldete Adresse. Du wirst sie ständig brauchen: für die Kontoeröffnung, die Steueridentifikationsnummer, die SCHUFA-Auskunft, Leistungsanträge und vieles mehr. Mehrere Kopien aufbewahren.

Bearbeitungszeit — Bearbeitungszeit. Die Anmeldung wird in der Regel sofort bearbeitet — du gehst mit der Meldebescheinigung in der Hand.

Schritt 5: Was automatisch folgt

Steueridentifikationsnummer — Steueridentifikationsnummer. Wird vom Bundeszentralamt für Steuern ausgestellt und per Post an deine angemeldete Adresse geschickt, üblicherweise zwei bis vier Wochen nach der Anmeldung. Du musst sie nicht beantragen — sie kommt automatisch. Du benötigst sie für die Beschäftigung, die Kontoeröffnung bestimmter Art und den Bezug mancher Sozialleistungen.

Wahlbenachrichtigung — Wahlbenachrichtigung. EU-Bürger mit Wohnsitz in Deutschland können an Kommunal- und Europawahlen teilnehmen. Nach der Anmeldung kann eine Benachrichtigung über das Wahlrecht per Post eintreffen.

Rundfunkbeitrag — der Rundfunkbeitrag, derzeit 18,36 Euro pro Monat pro Haushalt. Die Anmeldung löst automatisch eine Benachrichtigung aus. Der Beitrag gilt pro Haushalt, nicht pro Person — wenn deine Mitbewohnenden ihn bereits zahlen, musst du nicht zusätzlich zahlen. Bei einem Einpersonenhaushalt wirst du direkt zur Zahlung aufgefordert.

Wenn du wieder umziehst

Ummeldung — Ummeldung bei einem Umzug an eine neue Adresse innerhalb Deutschlands. Gleicher Ablauf wie bei der Anmeldung; neue Wohnungsgeberbestätigung vom neuen Vermieter erforderlich.

Abmeldung — Abmeldung. Erforderlich, wenn du Deutschland ganz verlässt — nicht bei einem Umzug innerhalb des Landes. Beim Bürgeramt erledigen; hierfür ist keine Wohnungsgeberbestätigung nötig.

Die Anmeldung dauert etwa fünfzehn Minuten, wenn alles bereit ist. Das Vokabular, das das Expat-Leben in Deutschland erschließt, beginnt hier — aber denke daran: das ist nur die erste Tür. Dahinter warten Bank, Finanzamt, Krankenversicherung und Arbeitgeber. Mit der deutschen Verwaltungssprache vertraut zu werden ist hier nicht optional — es ist die Grundvoraussetzung.


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