Die Wohnung ist gefunden. Der Schlüssel steckt. Du bist seit sechs Tagen in Deutschland und fängst langsam an zu glauben, dass das alles klappen könnte.

Dann erwähnt jemand das Bürgeramt — und alle im Raum verziehen das Gesicht.

Das Bürgeramt ist die lokale Verwaltungsbehörde der Stadt. Hier meldest du deine Adresse an, regelst Ausweisangelegenheiten und erledigst offizielle Formalitäten, die sich unter keinen Umständen aufschieben lassen. In den meisten deutschen Städten bist du gesetzlich verpflichtet, dich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anzumelden. Wer diese Frist verpasst, kann kein Bankkonto eröffnen, keinen Handyvertrag abschließen und hat keinen Zugang zu zahlreichen Leistungen, die — berechtigterweise — voraussetzen, dass der Staat weiß, wo du wohnst.

Die gute Nachricht: Es ist nicht schwer. Es ist nur Deutsch. Hier sind die Wörter, die dich durchbringen.

Vor dem Besuch

Termin — Besprechungs- oder Behördentermin. Das Bürgeramt arbeitet nach Terminen. Wer ohne einen erscheint, wird in den meisten Städten höflich abgewiesen. Buche deinen Termin so früh wie möglich online; in Berlin und München können die Wartezeiten mehrere Wochen betragen.

Online-Termin buchen — einen Termin im Internet reservieren. Diese Formulierung brauchst du auf der Website.

Formular — Formular. Du musst eines ausfüllen — entweder vor dem Besuch oder direkt am Schalter. Viele Bürgerämter stellen die Formulare zum Download bereit. Es zu Hause in Ruhe auszufüllen ist deutlich entspannter als am Schalter.

Wohnungsgeberbestätigung — das Dokument, das dein Vermieter unterschreiben muss, um zu bestätigen, dass du an der anzumeldenden Adresse wohnst. Ohne dieses Formular ist keine Anmeldung möglich. Bitte deinen Vermieter darum, bevor du den Termin buchst — nicht am Morgen davor.

Am Schalter

Anmeldung — die offizielle Ummeldung bzw. Neuanmeldung an einer Adresse. Das ist der eigentliche Kern des Besuchs. Du meldest dich offiziell an deiner neuen Adresse an. Das Ergebnis ist die Meldebescheinigung (siehe unten) — eines der nützlichsten Dokumente, die du in Deutschland besitzen wirst.

Ummeldung — Ummeldung innerhalb derselben Stadt. Wer nicht neu nach Deutschland kommt, sondern innerhalb der Stadt umzieht, macht eine Ummeldung. Gleicher Ablauf, anderes Wort.

Abmeldung — die Abmeldung vom Wohnsitz. Wenn du Deutschland verlässt oder ins Ausland ziehst, meldest du dich ab. Gut zu wissen — auch wenn es hoffentlich noch weit weg ist.

Meldebescheinigung — die Bestätigung über deine erfolgreiche Anmeldung. Mache mehrere Kopien davon. Banken, Arbeitgeber und Behörden werden sie regelmäßig verlangen.

Hauptwohnsitz — der Hauptwohnsitz. Wenn du mehr als eine Adresse in Deutschland hast, wird gefragt, welche dein Hauptwohnsitz ist. Steuern, Wahlrecht und offizielle Post sind an diese Adresse gebunden.

Nebenwohnsitz — Zweitwohnsitz. Kann mit einer zusätzlichen kommunalen Steuer (Zweitwohnungsteuer) verbunden sein. Prüfe, ob das auf deine Situation zutrifft.

Staatsangehörigkeit — Nationalität. Die trägst du auf dem Formular ein. Schreibe sie auf Deutsch, wenn du kannst: britisch, amerikanisch, australisch usw.

Reisepass — Pass. Bring ihn mit. Und deinen Personalausweis, falls du einen hast. Im Zweifel: beides einpacken.

Wenn es nicht reibungslos läuft

Zuständig — verantwortlich, zuständig. Wie in: „Wer ist zuständig für ...?" — Wer ist dafür verantwortlich? Möglicherweise das nützlichste Wort im deutschen Behördenvokabular. Es beseitigt Verwirrung und führt dich schneller zur richtigen Person als alles andere.

Bearbeitungszeit — die Zeit, die für die Bearbeitung benötigt wird. Die Antwort auf „Wann ist das fertig?" Wird in Werktagen angegeben. Nicken und aufschreiben.

Nachweise — Belege und Unterlagen. Wenn etwas fehlt, wirst du gebeten, Nachweise nachzureichen. Frage gezielt nach: „Welche Nachweise brauche ich?"

Nummer ziehen — eine Wartenummer nehmen. In manchen Ämtern gibt es elektronische Warteschlangen. Nummer ziehen, einen Platz suchen, warten.

Wartezeit — die Zeit, die du im Wartezimmer sitzt. Sie variiert. Am besten etwas zum Lesen mitbringen.

Die zwei Sätze, die sich lohnen

Über das Vokabular hinaus gibt es zwei Sätze, die in fast jeder schwierigen Situation beim Bürgeramt helfen:

„Können Sie das bitte aufschreiben?" — Nützlich, wenn eine Erklärung zu schnell, zu fachsprachlich oder beides ist.

„Was brauche ich beim nächsten Mal?" — Wenn du mit den falschen Unterlagen erschienen bist und wiederkommen musst, macht diese Frage den zweiten Termin zumindest effizient.

Was danach passiert

Sobald die Anmeldung abgeschlossen ist, wird die Meldebescheinigung zum Generalschlüssel für alles Weitere. Du brauchst sie, um ein Bankkonto zu eröffnen, einen Handyvertrag abzuschließen, die SCHUFA-Auskunft zu beantragen, die Vermieter verlangen — und um schließlich deine Steueridentifikationsnummer zu erhalten, die einige Wochen später per Post eintrifft.

Das Bürgeramt ist die erste Behördenhürde. Und es ist gleichzeitig diejenige, die die meisten anderen erst möglich macht. Das Vokabular für den ersten Monat in Deutschland geht weit über dieses eine Amt hinaus — aber hier beginnt die ganze Kette.

Geh vorbereitet. Besorge die Wohnungsgeberbestätigung, bevor du den Termin buchst. Bring deinen Reisepass mit. Füll das Formular zu Hause aus. Und denk daran: Die Person hinter dem Schalter bearbeitet täglich Dutzende solcher Anmeldungen — ein ruhiger, gut vorbereiteter Antragsteller mit den richtigen Unterlagen macht deren Nachmittag besser. Das wird bemerkt.


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