Expats überweisen Geld ins Ausland – an Familie, um Konten im Heimatland zu pflegen, um Immobilien im Ausland zu bezahlen. Vom deutschen Bankkonto aus bedeutet das, ein System mit spezifischem Vokabular zu navigieren, mit unterschiedlichen Regeln für Euroraum- und Nicht-Euroraum-Überweisungen, und mit erheblichem Gebührenpotenzial, wenn du die Optionen nicht kennst.
Hier steht, was das Vokabular bedeutet und wie internationale Überweisungen aus Deutschland tatsächlich funktionieren.
Das ist die einsprachige Fassung: Jeder Begriff wird auf Deutsch erklärt, ohne Übersetzung – gedacht für Deutschlernende ab etwa B1. Wenn Deutsch deine Muttersprache ist, findest du denselben Artikel als Sprachpaar auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch.
Die zwei Systeme
SEPA-Überweisung – die Standardüberweisung innerhalb des Single Euro Payments Area, eines Raums von 36 Ländern (die EU plus einige Nicht-EU-Länder, darunter die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und das Vereinigte Königreich). In Euro und zwischen Konten in diesem Raum wird sie wie eine Inlandsüberweisung behandelt: gleiche Gebühren, gleiche Frist (in der Regel 1 Werktag), keine Währungsumrechnung. Entscheidend ist die Währung, nicht die Entfernung – Euro nach Portugal ist SEPA, Pfund nach London ist es nicht.
SEPA-Echtzeitüberweisung / SEPA Instant Credit Transfer – eine Echtzeit-SEPA-Überweisung, die in Sekunden verarbeitet wird, 24/7 verfügbar. Manche deutschen Banken bieten diese kostenlos an, andere berechnen eine kleine Gebühr.
SWIFT-Überweisung / Auslandsüberweisung – eine internationale Überweisung außerhalb des SEPA-Systems oder eine SEPA-Überweisung in Nicht-Euro-Währungen. Verwendet das SWIFT-Netzwerk (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication). Langsamer (1–5 Werktage), teurer und mit Währungsumrechnung verbunden, wenn in einer Fremdwährung gesendet wird.
IBAN – die internationale Bankkontonummer, die Land, Bank und Konto in einer einzigen Zeichenkette zusammenfasst: Ländercode, zwei Prüfziffern, dann Bankleitzahl und Kontonummer. Eine deutsche IBAN hat immer 22 Zeichen und beginnt mit „DE". Erforderlich für alle SEPA-Überweisungen. Sie wird meist in Vierergruppen geschrieben – diese Leerzeichen sind nur Lesehilfe und gehören nicht zur Nummer.
BIC / SWIFT-Code – der Bankidentifizierungscode, erforderlich für internationale Überweisungen außerhalb von SEPA, und manchmal sogar noch für SEPA-Überweisungen angefragt (technisch seit 2016 für inländische SEPA nicht mehr nötig, aber Banken fragen noch danach).
Währung und Kosten
Wechselkurs – das Verhältnis, in dem eine Währung gegen eine andere getauscht wird. Das ist das Alltagswort; in Bankunterlagen liest du für dieselbe Sache oft das förmlichere Devisenkurs.
Devisenkurs – derselbe Sachverhalt in der Fachsprache der Banken. Devisen sind ausländische Zahlungsmittel auf Konten, und der Devisenkurs ist der Kurs, den die Bank tatsächlich anwendet – nicht der, den du im Internet nachschlägst.
Gebühren / Transfergebühren – das Geld, das die Bank für die Ausführung der Überweisung nimmt, zusätzlich zum überwiesenen Betrag. Im Alltag steht das Wort fast immer im Plural: „Was kostet das an Gebühren?"
Entgelt – Kosten; auf einer Preisliste (Gebührenverzeichnis) sind die Überweisungsgebühren jeder Bank als Entgelt aufgeführt.
OUR / SHA / BEN – Kostenaufteilungsoptionen für internationale Überweisungen:
- OUR – alle Gebühren trägt der Absender; der Empfänger erhält den vollen Betrag
- SHA – geteilt; Absender zahlt ausgehende Gebühren, Empfänger kann eingehende Gebühren zahlen
- BEN – Gebühren zahlt der Begünstigte / Empfänger; der Empfänger trägt alle Gebühren
Deutsche Banken verwenden standardmäßig SHA. Wenn der Empfänger exakt den beabsichtigten Betrag erhalten soll, OUR wählen – aber: das kostet mehr.
Korrespondenzbank / Zwischenbank – eine Korrespondenzbank. Viele internationale Überweisungen werden über eine oder mehrere Zwischenbanken geleitet, die jeweils Gebühren (Korrespondenzgebühren) abziehen können. Diese sind unvorhersehbar; sie werden vom Überweisungsbetrag abgezogen, sofern du nicht OUR gewählt hast.
Mittlerer Devisenkurs – Mid-Market-Kurs. Der Kurs, der bei Google oder XE.com zu sehen ist. Das ist nicht der Kurs, den Banken anbieten – Banken wenden typischerweise einen Aufschlag von 1,5–4 % über dem Mid-Market-Kurs an. Das zu wissen ist die Grundlage für den Vergleich von Banken und alternativen Anbietern.
Das Vokabular der Bank
Bei einer internationalen Überweisung online oder in der Filiale werden folgende Angaben erwartet:
Empfänger – die Person oder Firma, die das Geld bekommt. Trage den Namen so ein, wie er bei der Bank des Empfängers im Konto steht, ohne Kürzel und Kosenamen. Das Gegenstück, also du, heißt im Formular Auftraggeber.
Empfängerbank – das Institut, bei dem der Empfänger sein Konto führt. Außerhalb von SEPA musst du es mit Namen und oft mit Ort angeben, innerhalb von SEPA reicht die IBAN.
IBAN des Empfängers – die Kontonummer der Gegenseite, und das Feld, in dem ein Tippfehler wirklich teuer wird: Überwiesen wird an die IBAN, nicht an den Namen. Die Bank prüft nicht, ob beide zusammenpassen, und eine Rückholung ist danach nur eine Bitte, kein Anspruch.
BIC / SWIFT-Code der Empfängerbank – die acht- oder elfstellige Kennung des empfangenden Instituts (etwa DEUTDEFF). Frage sie beim Empfänger ab, statt sie zu erraten: Große Banken haben je Land und Geschäftsbereich mehrere.
Verwendungszweck – die Textzeile, in der du angibst, wofür das Geld ist. Bei jeder deutschen Überweisung ein Pflichtfeld, und auf beiden Kontoauszügen lesbar. Halte sie kurz und sachlich – „Miete August 2026" oder „Rechnung 2026-114". Bei Vermietern, Rechnungen und Behörden ist genau dieser Text die Zuordnung: Fehlt die Rechnungs- oder Kundennummer, gilt die Zahlung als nicht eingegangen, auch wenn das Geld längst da ist.
Währung – das Feld, in dem du festlegst, in welcher Währung der Betrag beim Empfänger ankommt. Steht dort nicht Euro, wird aus der Überweisung eine Auslandsüberweisung mit Umrechnung – selbst wenn das Zielkonto in Europa liegt.
Betrag – die Summe, die überwiesen wird. Achte auf die deutsche Schreibweise: Das Komma trennt die Cent, der Punkt die Tausender. „1.250,00" ist eintausendzweihundertfünfzig Euro, nicht eins Komma zwei fünf.
Auftraggeberwährung / Empfängerwährung – Währung des Auftraggebers / des Empfängers. Du wählst, in welcher Währung die Umrechnung erfolgt; das beeinflusst, wer den Wechselkurs trägt.
Überweisungsauftrag – die Anweisung an die Bank, die Überweisung auszuführen. Das Wort betont den Auftragscharakter: Solange er nicht ausgeführt ist, kannst du ihn unter Umständen widerrufen – danach nicht mehr. Das Verb ist zweiteilig, „einen Auftrag erteilen".
Alternative Anbieter
Deutsche Banken sind für internationale Überweisungen oft die teuerste Option. Die Alternativen haben ihr eigenes Vokabular:
Direktbank – eine reine Online-Bank (z. B. ING, DKB, N26), die typischerweise niedrigere Überweisungsgebühren als traditionelle Filialbanken verlangt.
Zahlungsdienstleister – ein Unternehmen, das Zahlungen abwickelt, ohne eine Bank zu sein: Wise (ehemals TransferWise), Revolut oder Western Union. Solche Anbieter rechnen häufig zum Mid-Market-Kurs ab und verlangen niedrigere Gebühren für internationale Überweisungen. Die Erlaubnis dafür regelt in Deutschland das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Setze sie aber nicht mit einer Bank gleich: Guthaben liegt dort als verwahrtes Geld und fällt nicht unter die deutsche Einlagensicherung.
Regulierter Anbieter – ein Anbieter mit behördlicher Erlaubnis für Zahlungsdienste. Prüfe vor der ersten Überweisung, ob dein Dienstleister von der BaFin (der deutschen Finanzaufsicht) oder einer anderen EU-Finanzbehörde lizenziert ist – die BaFin führt dafür ein öffentliches Register. „Reguliert" ist damit kein Werbewort, sondern ein nachprüfbarer Status.
BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Deutschlands Finanzaufsichtsbehörde. Genehmigt und beaufsichtigt Banken, Zahlungsdienstleister und Investmentfirmen in Deutschland.
Maximalbetrag – das maximale Überweisungslimit pro Transaktion oder Tag. Traditionelle Banken setzen dies oft; Online-Anbieter haben manchmal höhere Limits.
Praktischer Hinweis
Für regelmäßige Überweisungen größerer Beträge (z. B. monatliche Unterstützungszahlungen an Familie oder die Pflege einer ausländischen Hypothek) kann der kumulierte Unterschied zwischen Bankwechselkursen und Mid-Market-Anbietern über ein Jahr erheblich sein. Rechne es einmal aus und entscheide, ob der Komfort deiner Hausbank die Kosten rechtfertigt.
Bei dringenden großen Überweisungen immer die Verarbeitungsfrist (Buchungsdatum) prüfen – besonders rund um Wochenenden und Feiertage.
Internationale Überweisungen verbinden das deutsche Finanzleben mit der weiteren Welt. Das Vokabular und das System zu verstehen stellt sicher, dass das Geld tatsächlich ankommt, wo und in dem Betrag, den du beabsichtigst.
Internationale Überweisungen aus Deutschland haben ein spezifisches Vokabular und spezifische Kosten. Vokabulo hilft dir zu verstehen, was deine Bank fragt – bevor du auf „Bestätigen" klickst. Für iPhone und iPad erhältlich.



