In einem niederländischen Unternehmen zu arbeiten ist eine kulturelle Anpassung, die selbst erfahrene internationale Fachleute überrascht. Die Hierarchie ist flach, die Kommunikation ist direkt bis zur Grenze der Schroffheit, und die Meetingkultur ist rund um overleg – Konsultation und Konsens – aufgebaut, auf eine Weise, die langsam wirken kann, aber selten zu umgekehrten Entscheidungen führt.

Hier ist das Vokabular für niederländische Geschäftsmeetings: wie Dinge heißen, welche Formulierungen man hört, und welche kulturellen Normen hinter der Sprache stecken.

Meeting-Arten

Vergadering – Besprechung. Der allgemeine Begriff.

Overleg – Beratung, Abstimmung. Oft für Meetings verwendet, deren Zweck Angleichung statt Entscheidung ist. „We moeten even overleggen." – Wir müssen uns kurz abstimmen.

Teamoverleg – Teammeeting.

Afdelingsoverleg – Abteilungsmeeting.

Directievergadering – Management-/Vorstandssitzung.

Aandeelhoudersvergadering – Aktionärsversammlung.

Brainstorm – direkt aus dem Englischen übernommen; eine Brainstorming-Sitzung.

Stand-up – ebenfalls direkt übernommen; ein kurzes tägliches Update-Meeting, verbreitet in Tech-Unternehmen.

1-op-1 – ein Einzelgespräch.

Werkoverleg – Arbeitsgruppe / operative Besprechung.

Heidag – ein Offsite-Tag des Unternehmens (wörtlich: „Heidetag"); ein strategischer Planungstag oder Teamtag, oft außerhalb des Büros.

Struktur und Ablauf

Agenda – Tagesordnung. „Staat dat op de agenda?" – Steht das auf der Tagesordnung?

Agendapunt – Tagesordnungspunkt.

Notulen – Protokoll. „Wie maakt de notulen?" – Wer schreibt das Protokoll?

Notulist/notulistse – die protokollführende Person.

Actiepunten – Aktionspunkte. Am Ende niederländischer Meetings typischerweise mit verantwortlicher Person (eigenaar) und Frist (deadline) aufgelistet.

Eigenaar – Verantwortliche/r (für einen Aktionspunkt oder ein Projekt).

Deadline – im Niederländischen genauso wie im Englischen verwendet.

Verslag – Bericht / Meetingprotokoll. Manchmal austauschbar mit notulen verwendet.

Terugkoppeling – Feedback / Follow-up. „Ik geef volgende week terugkoppeling." – Ich gebe nächste Woche Rückmeldung.

Besluit – eine Entscheidung. „Is er een besluit genomen?" – Wurde eine Entscheidung getroffen?

Consensus – Konsens. Niederländische Meetingkultur legt Wert auf consensus statt Mehrheitsentscheidungen; Beschlüsse ohne vollständige Übereinstimmung können erneut hinterfragt werden.

Poldermodel – der charakteristische niederländische Ansatz der Konsultation und des Kompromisses zwischen verschiedenen Interessengruppen. Im Geschäftsleben äußert er sich in langen Beratungsrunden vor Maßnahmen. Dieses Verständnis erklärt, warum Entscheidungen länger dauern, aber besser halten.

Nützliche Formulierungen

„Mag ik even het woord?" – Darf ich kurz das Wort haben?

„Ik wil dit punt toelichten." – Ich möchte diesen Punkt erläutern.

„Ik ben het er niet mee eens." – Ich bin damit nicht einverstanden. (In der niederländischen Kultur direkt und ohne Unbehagen gesagt.)

„Waar staan we nu?" – Wo stehen wir gerade?

„Wat is de volgende stap?" – Was ist der nächste Schritt?

„Wie pakt dit op?" – Wer übernimmt das?

„Ik zet dit in de notulen." – Ich trage das ins Protokoll ein.

„We ronden dit punt af." – Lass uns diesen Punkt abschließen.

„Even checken: zijn we het hierover eens?" – Kurze Prüfung: Sind wir uns hier einig?

„Dit leg ik voor aan de directie." – Ich lege das der Geschäftsführung vor.

Kommunikationskultur

Ein paar Begriffe und Konzepte, die die niederländische Geschäftskommunikation erklären:

Directheid – Direktheit. Niederländische Fachleute kommunizieren direkt über Meinungsverschiedenheiten, Bedenken und Kritik, auf eine Art, die vielen internationalen Kollegen schroff vorkommt. Das ist eine kulturelle Norm, keine Feindseligkeit. Gleiche Direktheit in der Antwort wird respektiert.

Feedback – wie im Englischen verwendet, aber in niederländischen Arbeitsumgebungen freier und offener gegeben als in vielen anderen Kulturen.

Speelveld – Spielfeld / Handlungsrahmen. „Wat is ons speelveld?" – Was ist unser Handlungsrahmen?

Draagvlak – Unterstützung / Akzeptanz. Eines der wichtigsten Konzepte der niederländischen Arbeitsplatzkultur. „We moeten draagvlak creëren." – Wir müssen Akzeptanz aufbauen. Eine Entscheidung ohne draagvlak im Team wird angezweifelt, verzögert oder ignoriert. Draagvlak aufzubauen, bevor eine Entscheidung verkündet wird, wird erwartet – nicht optional.

Verantwoordelijkheid – Verantwortlichkeit.

Eigenaarschap – Eigenverantwortung (für eine Aufgabe oder ein Projekt). Niederländische Führungskräfte erwarten klares eigenaarschap – jemanden, der Verantwortung übernimmt und Dinge vorantreibt.

Zelfstandigheid – Selbstständigkeit / Autonomie. Niederländische Arbeitsplätze geben Mitarbeitern tendenziell erhebliche Autonomie; proaktive Selbstständigkeit wird erwartet.

Aanpakken – anpacken, in Angriff nehmen. „We moeten dit gewoon aanpakken." – Wir müssen das einfach in Angriff nehmen. Eine hoch geschätzte Eigenschaft.

Niederländische Sprache und Unternehmenskultur belohnen Direktheit und Vorbereitung in gleichem Maße. Das Vokabular für das Meeting kennen, bevor das Meeting beginnt – und man ist wirklich im Raum, nicht nur physisch anwesend.


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