Eine E-Mail an den deutschen Lehrer des Kindes zu schreiben ist eine von jenen Aufgaben, die sich in einer leicht unangenehmen Mittelzone befinden: zu formell, um sie aus dem Stegreif zu verfassen, zu spezifisch, um sich auf eine generische Übersetzung zu verlassen. Deutsche Schulen erwarten in der Elternkommunikation ein bestimmtes Register – respektvoll, klar, mit dem richtigen Vokabular für die jeweilige Situation.
Hier sind die Formulierungen und das Vokabular für die häufigsten Situationen: Abwesenheitsbenachrichtigung, Terminanfragen, Fragen zu Hausaufgaben, das Ansprechen von Sorgen und das Navigieren der schwierigen Gespräche.
Das ist die einsprachige Fassung: Jeder Begriff wird auf Deutsch erklärt, ohne Übersetzung – gedacht für Deutschlernende ab etwa B1. Wenn Deutsch deine Muttersprache ist, findest du denselben Artikel als Sprachpaar auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch.
Anrede und Grußformel
Sehr geehrte Frau [Nachname], – für eine Lehrerin
Sehr geehrter Herr [Nachname], – für einen Lehrer
Lehrer werden in Deutschland typischerweise mit Nachnamen und Titel (Herr oder Frau) angesprochen, nicht mit Vornamen. In den meisten deutschen Schulen gilt das auch für die schriftliche Kommunikation, selbst in relativ informellen Schulumgebungen.
Mit freundlichen Grüßen – Der formelle Standard-Abschluss.
Viele Grüße – etwas wärmer; akzeptabel in laufender Korrespondenz mit einem Lehrer, den du bereits kennst.
Immer mit vollständigem Namen und dem vollständigen Namen und der Klasse des Kindes unterschreiben: „[Dein Name], Elternteil von [Name des Kindes], Klasse [X]."
Abwesenheit melden
„Ich möchte Sie informieren, dass mein Kind [Vorname Nachname] heute/morgen/am [Datum] nicht am Unterricht teilnehmen kann."
„[Kind] ist erkrankt."
„[Kind] hat einen Arzttermin, von dem wir nicht früher zurückkommen können."
„Bitte entschuldigen Sie das Fehlen."
„Wir reichen die schriftliche Entschuldigung nach."
„[Kind] wird voraussichtlich ab [Datum] wieder am Unterricht teilnehmen."
Einen Termin anfragen
„Ich würde gerne einen Gesprächstermin mit Ihnen vereinbaren, um über [Thema] zu sprechen."
„Wären Sie am [Datum/Wochentag] zu folgendem Zeitpunkt verfügbar?"
„Ich stehe Ihnen während der Sprechstunden oder nach Vereinbarung zur Verfügung."
Sprechstunde – Sprechzeiten des Lehrers. Die meisten deutschen Lehrer haben regelmäßige Sprechstunden, festgelegte Zeiten, zu denen Eltern anrufen oder vorbeikommen können.
Nach Schularbeiten fragen
„Mein Kind hatte Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben zu [Thema]. Könnten Sie mir kurz erläutern, was erwartet wurde?"
„Sind Ihnen in letzter Zeit Veränderungen im Verhalten oder in der Leistung meines Kindes aufgefallen?"
„Wie kann ich meinem Kind bei der Vorbereitung auf die nächste Klassenarbeit helfen?"
Klassenarbeit – eine angekündigte, benotete schriftliche Prüfung, die die ganze Klasse während des Unterrichts schreibt. Sie wiegt für die Zeugnisnote deutlich schwerer als ein kurzer Test – deshalb ist das das Wort, das in eine E-Mail über Leistungen gehört. „Wann findet die nächste Klassenarbeit statt?"
Hausaufgaben – die Aufgaben, die zu Hause erledigt werden. Das Wort steht immer im Plural, auch wenn es nur eine Aufgabe ist. Das gesprochene aufhaben („Was habt ihr auf?") ist für die E-Mail an eine Lehrkraft zu salopp; schreibe dort erledigen oder bearbeiten.
Lernrückstand – der Stoff, den ein Kind noch nicht beherrscht, obwohl die Klasse ihn behandelt hat. Ein sachliches, wertfreies Wort: Anders als „schlechte Noten" beschreibt es eine Lücke, die sich schließen lässt – und genau deshalb ist es die richtige Wortwahl gegenüber der Lehrkraft.
Förderung – Unterstützung / zusätzliche Hilfe. „Gibt es Fördermöglichkeiten für mein Kind?"
Eine Sorge ansprechen
„Ich möchte Sie auf etwas aufmerksam machen, das mir Sorgen macht."
„Mein Kind hat berichtet, dass es in der Schule Schwierigkeiten mit anderen Kindern hat."
„Ich mache mir Sorgen, dass [Kind] [in der Pause / im Unterricht / auf dem Schulweg] Probleme hat."
Mobbing – das systematische Schikanieren einer Person über längere Zeit. Der englische Begriff ist im Deutschen vollständig eingebürgert, das Verb dazu lautet mobben. Achte aber auf das Gewicht des Wortes: In der Schule ist Mobbing ein schwerer Vorwurf, weil es Wiederholung und Absicht unterstellt. Für einen einzelnen Vorfall schreibst du besser Konflikt oder Streit – sonst beginnt das Gespräch mit einer Verteidigung. „Ich glaube, mein Kind wird gemobbt."
Klassenlehrerin / Klassenlehrer – die Lehrkraft mit der Gesamtverantwortung für die Klasse und die erste Anlaufstelle für fast alle Anliegen. Schreibe im Zweifel ihr, auch wenn es um ein anderes Fach geht.
Schulpsychologischer Dienst – der schulpsychologische Dienst; über die Schule für ernsthafte Betreuungs- oder psychologische Anliegen erreichbar.
Über Noten
„Ich hätte gerne Ihre Einschätzung der aktuellen Schulleistungen meines Kindes."
„Wir haben das Zeugnis erhalten und hätten einige Fragen."
„Was kann mein Kind tun, um sich in [Fach] zu verbessern?"
Zeugnis – das offizielle Notendokument der Schule, ausgegeben am Ende des Schuljahres und in vielen Bundesländern zusätzlich zum Halbjahr (Halbjahreszeugnis). Nachfragen ist völlig üblich, aber formuliere sie als Bitte um Einschätzung, nicht als Widerspruch: Die Note ändert eine E-Mail nicht, die Begründung dahinter bekommst du fast immer.
Note / Schulnote – Note. Denke daran: 1 ist die beste Note, 6 ist Nichtbestehen.
Versetzung – das Aufsteigen in die nächste Klassenstufe am Ende des Schuljahres. Das Verb steht fast immer im Passiv, weil die Schule entscheidet und nicht das Kind: „Wird [Kind] versetzt?" Im Arbeitsleben bedeutet dasselbe Wort den Wechsel an einen anderen Standort.
Sitzenbleiben – eine Klasse wiederholen müssen (wörtlich: „sitzen bleiben").
Schulkommunikation in Deutschland erwartet engagierte, artikulierte Eltern. Die obigen Formulierungen sind das, wie dieses Engagement schriftlich klingt. Das Vokabular für diese Gespräche aufbauen – das Schulerlebnis des Kindes wird besser dadurch.
Die richtige Kommunikation mit deutschen Lehrern macht einen echten Unterschied. Vokabulo hilft dir, die genauen Formulierungen für die schulische Situation deines Kindes aufzubauen. Für iPhone und iPad erhältlich.



