Es geht einem nicht gut. Man hat eine Arztpraxis in der Nähe gefunden. Ein Termin ist gebucht. Und jetzt sitzt man im Wartezimmer einer deutschen Arztpraxis und liest ein Formular mit Fragen, die man nur halb versteht – und überlegt, wie man beschreiben soll, was los ist, in einer Sprache, die das Verb ans Satzende stellt.
Deutsche Ärzte – besonders in größeren Städten – verfügen oft über funktionales Englisch. Viele aber nicht, und viele führen Termine lieber auf Deutsch, auch wenn sie notfalls Englisch könnten. Das Vokabular zu kennen bedeutet nicht nur Kommunikation; es bedeutet, als kompetenter Erwachsener behandelt zu werden, der weiß, was er braucht.
Hier ist, was einen erwartet.
Das System
Krankenversicherung – Krankenversicherung. Deutschland hat ein zweigliedriges System: gesetzliche Krankenversicherung (GKV) – die öffentliche Pflichtversicherung – und private Krankenversicherung (PKV). Die meisten Arbeitnehmer sind GKV-versichert; Besserverdienende haben die Option der PKV. Wissen, was man hat.
Krankenkasse – der spezifische öffentliche Krankenversicherer (AOK, TK, Barmer, DAK und viele andere). Von ihr erhält man die Versicherungskarte.
Versichertenkarte / Gesundheitskarte – die elektronische Gesundheitskarte. Bei jedem Termin vorlegen. Die Arztpraxis übermittelt sie elektronisch an die Krankenkasse; ohne sie wird man möglicherweise gebeten, privat zu zahlen und sich später erstatten zu lassen.
Kassenpatient – ein gesetzlich versicherter Patient. Die meisten Deutschen.
Privatpatient – ein privat versicherter Patient. Bekommt in der Regel schneller einen Termin und kommt häufiger direkt zu Oberärzten.
Hausarzt / Hausärztin – der Hausarzt. In Deutschland ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner für die meisten Gesundheitsfragen. Fachärzte (Facharzt) ohne Überweisung vom Hausarzt aufzusuchen ist möglich, aber gesetzlich Versicherte zahlen möglicherweise einen Aufschlag.
Facharzt / Fachärztin – Facharzt. Kardiologe, Dermatologe, Orthopäde, Neurologe usw.
Termin – Termin. „Ich würde gerne einen Termin vereinbaren."
Am Empfang
Anmeldeformular – Anmeldeformular. Beim ersten Besuch einer Praxis wird ein Formular mit persönlichen Daten, Versicherungsdaten und Krankengeschichte ausgefüllt.
Vorerkrankungen – Vorerkrankungen.
Allergien – Allergien.
Medikamente – Medikamente. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte sie mitbringen – oder zumindest Name und Dosierung kennen.
Notfall – Notfall. Bei dringenden Beschwerden: „Es ist ein Notfall."
Wartezeit – Wartezeit.
Beschwerden beschreiben
Beschwerden – Beschwerden, Symptome. Das Wort, das der Arzt verwenden wird: „Was sind Ihre Beschwerden?"
Schmerzen – Schmerzen. Immer nach Ort und Art spezifizieren:
- Kopfschmerzen – Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen – Bauchschmerzen
- Rückenschmerzen – Rückenschmerzen
- Brustschmerzen – Brustschmerzen
- Halsschmerzen – Halsschmerzen
Brennen – Brennen. Stechen – stechender Schmerz. Ziehen – ziehender Schmerz. Dumpf – dumpf (als in dumpfes Pochen). Anhaltend / dauerhaft – anhaltend, konstant. Intermittierend – intermittierend.
Fieber – Fieber. „Ich habe Fieber" oder „Ich bin fiebrig."
Schwindel – Schwindel.
Übelkeit – Übelkeit.
Erbrechen – Erbrechen.
Husten – Husten.
Schnupfen – Schnupfen.
Erschöpfung / Müdigkeit – Erschöpfung / Müdigkeit.
Seit wann? – Diese Frage kommt. Eine Zeitangabe bereit haben: „Seit drei Tagen", „Seit letzter Woche."
Die Untersuchung
Blutdruck messen – Blutdruckmessung.
Blut abnehmen – Blutabnahme. „Ich muss Ihnen Blut abnehmen."
Rezept – Rezept. „Ich stelle Ihnen ein Rezept aus."
Kassenrezept – ein von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedecktes Rezept (rosa Formular). Abgedeckte Medikamente werden gegen eine geringe Zuzahlung (Zuzahlung, derzeit 5–10 Euro pro Medikament) ausgegeben.
Privatrezept – ein privates Rezept (blaues oder weißes Formular). Man zahlt den vollen Preis und wird möglicherweise von der Versicherung erstattet.
Überweisung – Überweisung zu einem Facharzt.
Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) – Krankschreibung, das Dokument, das die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Dem Arbeitgeber vorlegen. Seit 2023 überträgt der Hausarzt dies elektronisch an die Krankenkasse, die den Arbeitgeber benachrichtigt; man muss möglicherweise keine Papierkopie mehr übergeben.
Attest – Attest, ein breiterer Begriff für verschiedene Arten von medizinischen Dokumenten.
Wichtige Formulierungen
„Ich habe Schmerzen hier." + [zeigen]
„Die Schmerzen strahlen bis [Körperstelle] aus."
„Ich bin allergisch gegen [Substanz]."
„Ich nehme regelmäßig [Medikament]."
„Ich bin schwanger."
„Können Sie das bitte aufschreiben?"
„Ich habe das nicht ganz verstanden – können Sie es wiederholen?"
Hinweis zur Notaufnahme
Bei einem Notfall arbeitet die Notaufnahme im Krankenhaus unabhängig vom Terminbuchungssystem. Die Versichertenkarte am Empfang vorlegen. Bei lebensbedrohlichen Notfällen: 112 anrufen.
Medizinisches Vokabular gehört zu den wichtigsten Wörtern, die man im Ausland lernt – nicht weil man es täglich braucht, sondern weil man es wirklich braucht, wenn es nötig ist. Nicht während eines Termins aufbauen. Vorher.
Deutsches Vokabular für den Alltag deckt Behördensituationen ab; dieses hier ist das Vokabular für die persönlichen.
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