Das italienische Bankensystem ist funktional, gut reguliert und – sobald man das Vokabular versteht – unkompliziert zu nutzen. Die Herausforderung für Expats liegt weniger im System selbst als in den spezifischen italienischen Begriffen für gängige Produkte und Transaktionen, und in einigen echt italienischen Merkmalen (dem bollettino postale, dem libretto di risparmio), die keine direkte Entsprechung anderswo haben.

Hier steht, was man für das alltägliche Banking in Italien braucht.

Ein Konto eröffnen

Conto corrente – ein Girokonto. Das Standard-Bankkonto in Italien, für Gehaltseingang, Rechnungszahlungen und alltägliche Transaktionen.

Aprire un conto – ein Konto eröffnen.

Für die Eröffnung eines conto corrente in Italien benötigt man typischerweise:

  • Codice fiscale – die italienische Steuernummer. Unverzichtbar. Ohne sie kann man kein Bankkonto eröffnen.
  • Documento di identità – Ausweisdokument (Reisepass oder italienischer Personalausweis).
  • Permesso di soggiorno – Aufenthaltserlaubnis (für Nicht-EU-Bürger). EU-Bürger benötigen in der Regel nur Reisepass und codice fiscale.

Banca – Bank. Wichtige italienische Banken sind Intesa Sanpaolo, UniCredit, Monte dei Paschi di Siena, Banco BPM und Banca Mediolanum.

Posta / BancopostaPoste Italiane (die Post) bietet auch Bankdienstleistungen an. Das Conto Corrente BancoPosta ist beliebt, besonders in Gebieten mit weniger Bankfilialen.

Sportello – Bankschalter / Kassenfenster.

Filiale – Filiale.

Direttore di banca – Bankleiter.

IBAN – Italienische IBANs beginnen mit IT, gefolgt von einer Prüfziffer und 23 Zeichen, die Bank, Filiale und Kontonummer codieren.

Der Kontoauszug

Estratto conto – Kontoauszug.

Saldo – Kontostand.

Saldo contabile – buchhalterischer Saldo (alle verbuchten Transaktionen, einschließlich noch nicht abgeschlossener).

Saldo disponibile – verfügbarer Saldo (was tatsächlich ausgegeben werden kann).

Accredito – eine Gutschrift / eingehende Zahlung.

Addebito – eine Belastung / ausgehende Zahlung.

Bollettino postale / bollettino freccia – ein Posteinzahlungsschein. Eine spezifisch italienische Zahlungsmethode, für Nebenkosten, Behördengebühren, Bußgelder und manche Mietzahlungen verwendet. Auf einem vorgedruckten Formular trägt man Betrag und Empfängerangaben ein und bezahlt bei der Post oder über Online-Banking. Sehr verbreitet; man wird ihm sicher begegnen.

Bonifico – eine Banküberweisung.

Bonifico SEPA – eine Euroraum-Überweisung.

Bonifico bancario ordinario – eine Standard-Banküberweisung.

Bonifico istantaneo – eine Sofortüberweisung.

Domiciliazione bancaria (SDD - SEPA Direct Debit) – eine Lastschriftermächtigung. Ermächtigt ein Unternehmen, das Konto für wiederkehrende Rechnungen zu belasten.

Ordine di accredito permanente – ein Dauerauftrag.

Karten

Carta di debito – Debitkarte.

Carta di credito – Kreditkarte.

Carta prepagata – Prepaid-Karte. In Italien sehr beliebt, auch wegen historischem Misstrauen gegenüber Kreditkarten. PostePay (von Poste Italiane) ist eine der meistgenutzten Prepaid-Karten.

POS (Point of Sale) – im Italienischen direkt verwendet; ein Kartenzahlungsterminal.

Contacless / Pagamento senza contatto – kontaktloses Zahlen.

Limite giornaliero di prelievo – tägliches Geldautomaten-Abhebungslimit.

Bancomat – das italienische Wort für Geldautomat, auch häufig als Begriff für die Debitkarte selbst verwendet (technisch ein Markenname, inzwischen generisch). „Posso pagare con il bancomat?" – Kann ich mit Karte zahlen?

Gebühren und Kosten

Spese bancarie / Commissioni – Bankgebühren / Kosten.

Canone mensile – monatliche Grundgebühr.

Imposta di bollo – Stempelsteuer auf Bankkonten. Italienische Bankkonten unterliegen einer jährlichen imposta di bollo von 34,20 € für die meisten Privatpersonen (von der Bank erhoben und vom Konto abgebucht). Entfällt für Konten mit einem Guthaben unter 5.000 €.

Interessi – Zinsen.

Interessi attivi – Habenzinsen (auf Ersparnisse).

Interessi passivi – Sollzinsen (auf Überziehungen).

Fido bancario / Scoperto di conto – Überziehungsrahmen.

Spar- und Anlageprodukte

Libretto di risparmio – ein Sparbuch. Ein traditionell italienisches Produkt; zinstragendes Konto mit einem physischen Sparbuch. Noch in Nutzung, besonders bei Poste Italiane.

Deposito vincolato – ein Festgeldkonto.

Conto deposito – ein Spareinlagenkonto mit höheren Zinsen als ein Girokonto, von vielen italienischen Banken angeboten.

Fondo comune di investimento – ein Investmentfonds.

BTPBuoni del Tesoro Poliennali, italienische Staatsanleihen. Von vielen italienischen Privatanlegern gehalten; über Banken und Poste Italiane erhältlich.

Kredite

Mutuo – Hypothek.

Prestito personale – Privatkredit.

TAEGTasso Annuale Effettivo Globale, das italienische Äquivalent des effektiven Jahreszinses (APR).

Tasso fisso / tasso variabile – Festzins / variabler Zinssatz.

Euribor – im Italienischen direkt verwendet; der Referenzwert für variable Hypothekenzinsen.

Banking in Italien ist eng mit dem Aufenthaltsstatus und dem codice fiscale verknüpft. Beides zuerst klären – und das obige Bankvokabular macht den Rest handhabbar.


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