Wer längerfristig in Thailand lebt, kennt den Ablauf: einmal im Jahr die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, alle 90 Tage die Meldung, und dazwischen jedes Mal, wenn du das Land verlässt, die Frage nach dem Re-entry Permit. In Bangkok passiert das meiste davon in Chaeng Watthana, in den Provinzen beim jeweiligen Immigration Office.
Fast alle Formulare gibt es auf Englisch. Gesprochen wird aber Thai, und zwar zwischen den Beamten, am Schalter und über Lautsprecher, wenn deine Nummer aufgerufen wird. Die folgenden Wörter sind kein Sprachkurs. Es sind die Begriffe, die an diesem Vormittag tatsächlich fallen.
Ein Hinweis vorweg zur Schreibweise: hinter jedem thailändischen Wort steht eine Umschrift. Thai ist eine Tonsprache, und die Umschrift gibt den Ton nicht wieder. Sie hilft beim Wiedererkennen, nicht beim perfekten Aussprechen.
Die Behörde und der Weg dorthin
ตรวจคนเข้าเมือง (truat khon khao mueang) – wörtlich „Prüfung der ins Land einreisenden Personen", also die Einwanderungsbehörde. Im Alltag hörst du fast immer die Kurzform.
ตม. (tor mor) – die Abkürzung davon, gesprochen wie zwei Buchstaben. Wenn jemand sagt, du müsstest „zu Tor Mor", ist die Immigration gemeint. Auch die Formulare tragen diese Bezeichnung: TM.7, TM.30, TM.47.
บัตรคิว (bat khiu) – die Wartenummer. Du ziehst sie am Eingang, und ohne sie passiert nichts. In Chaeng Watthana entscheidet sich der Rest deines Vormittags daran, wie früh du diese Nummer gezogen hast.
เคาน์เตอร์ (khao-toe) – der Schalter. Aus dem Englischen entlehnt und leicht wiederzuerkennen.
เจ้าหน้าที่ (chao na thi) – der Beamte, die Beamtin. Ein höfliches, neutrales Wort. So sprichst du die Person am Schalter an, wenn du den Namen nicht kennst.
Deine Dokumente
หนังสือเดินทาง (nangsue doen thang) – der Reisepass. Wörtlich „Buch des Gehens", was eine der schöneren Wortbildungen der Sprache ist.
วีซ่า (wi-sa) – das Visum, direkt aus dem Englischen.
ใบอนุญาตทำงาน (bai anuyat tham ngan) – die Arbeitserlaubnis. Das Wort ใบ (bai) steht am Anfang vieler Dokumentnamen und heißt ursprünglich „Blatt".
สำเนา (sam-nao) – die Kopie. Merke dir dieses Wort besser als jedes andere auf dieser Liste. Thailändische Behörden verlangen Fotokopien von fast allem, und zwar mehr, als du erwartest.
รับรองสำเนาถูกต้อง (rap rong sam-nao thuk tong) – „Kopie als richtig bestätigt". Diesen Satz schreibst du zusammen mit deiner Unterschrift auf jede einzelne Fotokopie, die du einreichst. Wird das vergessen, kommt der Stapel zurück, und die Wartenummer ist verfallen.
ทะเบียนบ้าน (tha-bian ban) – das Hausregister. Das thailändische Pendant zur Meldebescheinigung. Wenn du zur Miete wohnst, brauchst du in der Regel eine Kopie vom Vermieter, oft zusammen mit einer Kopie seines Personalausweises.
Die Vorgänge
ต่ออายุ (tor ayu) – verlängern, wörtlich „das Alter fortsetzen". ต่อวีซ่า (tor wi-sa) ist die Verlängerung des Aufenthalts, der Termin, den du einmal jährlich hast.
รายงานตัว 90 วัน (rai ngan tua kao sip wan) – die 90-Tage-Meldung. Keine Verlängerung, sondern nur die Bestätigung, dass du dich weiterhin im Land aufhältst. Das zugehörige Formular ist TM.47.
ใบอนุญาตกลับเข้ามาในราชอาณาจักร (bai anuyat klap khao ma nai ratcha-anachak) – das Re-entry Permit. Ein langes Wort für einen kurzen Vorgang, und der wichtigste Punkt für alle, die zwischendurch verreisen: Ohne dieses Dokument erlischt deine Aufenthaltserlaubnis in dem Moment, in dem du ausreist. Auch bei einem Wochenende in Vientiane.
ตราประทับ (tra pra-thap) – der Stempel. Was am Ende in deinem Pass steht und worauf der ganze Vormittag hinausläuft.
วันหมดอายุ (wan mot ayu) – das Ablaufdatum. Steht auf dem Stempel und ist die Zahl, die du dir notierst, bevor du das Gebäude verlässt.
ค่าธรรมเนียม (kha tham-niam) – die Gebühr. Wird in bar erwartet, und zwar passend.
Die Wörter, die du hoffentlich nicht brauchst
เอกสารไม่ครบ (ekkasan mai khrop) – „die Unterlagen sind nicht vollständig". Der häufigste Satz, den man an einem schlechten Tag hört.
อยู่เกินกำหนด (yu koen kam-not) – Overstay, wörtlich „über den festgelegten Zeitpunkt hinaus bleiben". Wird in Thailand tageweise berechnet und ernst genommen.
ค่าปรับ (kha prap) – die Strafgebühr.
กลับมาใหม่ (klap ma mai) – „komm noch einmal wieder". Höflich formuliert, aber es bedeutet, dass du den Vormittag wiederholst.
Warum das mehr bringt als eine Übersetzungs-App
Diese Begriffe stehen in keinem Thai-Lehrbuch. Lehrbücher beginnen mit Begrüßungen, Zahlen und dem Bestellen von Essen, und das ist auch richtig so. Aber die Situationen, in denen Sprache in Thailand tatsächlich über etwas entscheidet, sehen anders aus, und der Wortschatz dafür ist speziell, überschaubar und wiederkehrend.
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